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Steckbrief

Kräuselkrankheit

Kraeuselkrankheit

Eigenschaften

Wirtspflanze:
Pfirsichbäume, z.B. Pfirsichsorten ’Dixired’, ’Marygold’ oder ’Redheaven’, Aprikosenbäume, Nektarinenbäume, Mandelbäume
Symptome:
Absterben der Blätter, geringere Fruchtbildung
Aussehen:
gekräuselte Blätter mit rötlich, hellgrünen oder weißlichen Flecken

Befallszeit

Beschreibung

Kräuselkrankheit

Was ist die Kräuselkrankheit?

Die Kräuselkrankheit ist eine der häufigsten Pilzkrankheiten bei Pfirsich-, Aprikosen- und Nektarinenbäumen. Statt frischem Grün beschert die Krankheit im Frühjahr oft eine böse Überraschung: gekräuselte, rot verfärbte und blasenartig verdickte Blätter sowie schwache Triebe. Die befallenen Blätter werden immer dunkler, schließlich sterben sie ab und fallen herunter. Die Früchte selbst sind in der Regel nicht befallen, allerdings fällt die Ernte in Folge des Blattfalls, der bis zum Kahlschlag gehen kann, oft geringer aus.

Auch wenn die Krankheit erst im Frühjahr sichtbar wird, erfolgt die Infektion bereits sehr viel früher – lange bevor Symptome sichtbar sind. Sie wird durch den Pilz „Taphrina deformans“ verursacht, dessen Pilzgeflecht (Myzel) an Knospenschuppen und in Rindenspalten überwintert. Wird es allmählich wieder wärmer, zerfällt das Geflecht, sodass die Zellen durch Regen und Wind in die Knospen gelangen. Dieser Infektionsprozess startet bei Temperaturen von circa 10 Grad, wie sie meist im Februar oder manchmal auch schon im milden Dezember oder Januar vorherrschen. Dann beginnt das Knospenschwellen von Pfirsichbäumen und Co.: Die Knospen beginnen sich zu öffnen und sind – insbesondere bei feuchter Witterung – anfällig für die Erreger.

Schadbild: So erkennen Sie die Kräuselkrankheit

  • Junge Blätter kräuseln sich, haben blasenähnliche Verdickungen und verfärben sich rötlich bis gelblich.
  • Später vertrocknen die Blätter und fallen frühzeitig ab.
  • Junge Triebe und Triebspitzen können deformiert sein.
  • Bei starkem Befall kommt die Pflanze nicht über das Knospenschwellen hinaus. Die Blüte bleibt aus, die Fruchtbildung ist stark eingeschränkt.

Hinweis: Die Symptome treten nur im Frühjahr auf. Im Sommer, wenn neue Blätter wachsen, erscheinen diese oft gesund, obwohl der Pilz bereits auf das nächste Jahr lauert. Ist die Pflanze einmal befallen und wird nichts dagegen unternommen, machen sich die Auswirkungen jedes Jahr aufs Neue bemerkbar. 

Welche Pflanzen sind betroffen?

Die Kräuselkrankheit tritt vor allem an Pfirsichbäumen, Nektarinen- und Aprikosenbäumen auf. Betroffen sind aber auch Mandelbäume.

  • Pfirsich  (Prunus persica): häufig
  • Nektarine  (Prunus persica ssp Nucipersia): häufig
  • Aprikose  (Prunus armeniaca): häufig
  • Mandel  (Prunus dulcis): gelegentlich

Auswirkungen eines Befalls

Durch die Veränderung der Blätter und den damit verbundenen Blattfall ist die Photosyntheseleistung der Pflanze beeinträchtigt. Das bedeutet, dass der Austrieb geringer ist und das Wachstum der Bäume stagniert. Für die Fruchtbildung steht so nicht genügend Energie zur Verfügung. Die Ernteerträge sind daher gering; bei starkem Befall kann die Ernte auch ganz ausbleiben. Außerdem wird der Baum frostanfälliger und es kann Gummifluss, also ein harzartiger Austritt aus der Rinde, auftreten, was den Baum zusätzlich schwächt. Wird ein Pfirsich-, Nektarinen-, Aprikosen- oder Mandelbaum mehrere Jahre stark befallen und geschädigt, ist sogar ein Absterben des Baumes möglich.

Bekämpfung

Kräuselkrankheit bekämpfen

So beugen Sie der Kräuselkrankheit vor

Hat sich der Pilz erst einmal ausgebreitet, ist die Bekämpfung oft schwierig und langwierig. Deswegen ist es am besten, von vorneherein so gut wie möglich vorzubeugen:

Bereits bei der Anschaffung Ihres Baumes können Sie die erste Maßnahme gegen die Kräuselkrankheit ergreifen: Wählen Sie eine Sorte, die robust und weniger anfällig für die Kräuselkrankheit ist. Dazu zählen laut der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau beim Pfirsich zum Beispiel ’Amsden’, ’Roter Ellerstädter’, ’Früher Alexander’, ’Rekord von Alfter’, ’Weinbergspfirsich’, ’Fidelia’, ’Benedicte’ und ’Manon’. Da Feuchtigkeit und Wind bei der Infektion eine große Rolle spielen, empfiehlt sich zudem ein regen- und windgeschützter, luftiger und sonniger Standort im Garten oder auf dem Balkon. Auch mit einem regelmäßigen, ausdünnenden Schnitt können Sie der Kräuselkrankheit vorbeugen, da so eine bessere Luftzirkulation gewährleistet ist und Feuchtigkeit sich nicht so lange hält.

Haben Sie dennoch erste Anzeichen an den Blättern erkannt, sollten Sie die befallenen Triebe sofort entfernen. Entsorgen Sie sie im gut verschlossenen Bio-Müll und nicht auf dem Komposthaufen. Denn hier ist das Risiko, dass sich der Pilz über den Wind weiter ausbreitet, deutlich höher. Zusätzlich können Sie den Baum mit dem Pflanzenstärkungsmittel Lecithin behandeln. Lecithin ist ein sogenannter Grundstoff, der von der nationalen Pflanzenschutzbehörde (BVL) die Genehmigung erhalten hat, an Pflanzen eingesetzt werden zu dürfen.  Die aus der Sojabohne gewonnene Substanz bildet eine Schutzschicht auf den Knospen beziehungsweise den Blättern, sodass Pilzkrankheiten schwerer eindringen können. Achten Sie darauf, dass Sie die Blätter rundum mit der Spritzbrühe beziehungsweise dem anwendungsfertigen COMPO BIO Grundstoff Lecithin AF einsprühen. Ein möglichst frühzeitiger Einsatz des Lecithins ist für einen guten Behandlungserfolg entscheidend.

Darüber hinaus können Sie auch mit einer guten Pflege für die Widerstandsfähigkeit Ihres Pfirsichbaumes oder eines anderen Obstbaumes sorgen. Dazu gehört auch eine ausreichende Nährstoffversorgung. Düngen können Sie Ihren Pfirsichbaum zum Beispiel mit dem COMPO Mediterrane Pflanzen Langzeit-Dünger. Mehr Tipps gibt es in unseren Pflanzenportraits zum Pfirsichbaum. Auch für den Mandelbaum haben wir Pflegetipps für Sie zusammengefasst.

Hier ein Überblick der wichtigsten vorbeugenden, natürlichen Maßnahmen gegen die Kräuselkrankheit:

1. Sortenwahl: robuste, weniger anfällige Sorten

2. Standort: möglichst regen- und windgeschützt, luftig und sonnig

3. Schnitt: regelmäßig ausdünnen, damit die Blätter genügend Luft bekommen und Feuchtigkeit schnell trocknet; befallene Triebe und Knospen sofort entfernen

4. Grundstoff Lecithin: z.B. als anwendungsfertiges Spray (COMPO BIO Grundstoff Lecithin AF) erhältlich: Der Grundstoff bildet eine Schutzschicht gegen Pilzkrankheiten und erschwert die Ausbreitung.

5. Düngung: ausreichende Nährstoffversorgung durch eine angemessene Düngung, sorgt für mehr Widerstandsfähigkeit

6. Bewässerung: eine gute Wasserversorgung gewährleisten

Kräuselkrankheit mit Hausmitteln bekämpfen?

Hausmittel wie Natron, Apfelessig und Co. sind zur Bekämpfung der Kräuselkrankheit nicht geeignet und sogar verboten. Wer selbst gemachte Mittel nutzt, verstößt gegen das Pflanzenschutzgesetz. Denn bei falscher Anwendung können Hausmittel möglicherweise sogar einen irreparablen Schaden an der Pflanze anrichten, mitunter schädigen sie aber auch die Umwelt. Nutzen Sie deswegen grundsätzlich nur genehmigte Mittel.

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