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Steckbrief

Gundermann im Rasen

Gundermann
Gundermann

Eigenschaften

Wirtspflanze:
Nimmt dem Rasen Licht, Wasser und Nährstoffe - verdrängt ihn allmählich
Symptome:
Der Rasen ist durchsetzt von kleinen Pflanzen, die von April bis Juli violette Blüten bilden
Aussehen:
Kleine Wildgewächse mit violetten Blüten im Frühling

Befallszeit

Beschreibung

Gundermann im Rasen

Endlich ist Frühling! Doch statt sattgrünem Rasen zeigen sich in vielen Gärten violette Blüten auf der Rasenfläche. Warum man den Gundermann im Rasen loswerden sollte, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Warum ist Gundermann problematisch für den Rasen?

Gemeiner Gundermann oder Echt-Gundelrebe, botanisch Glechoma hederacea genannt, ist ein winterhartes, mehrjähriges Wildkraut, das Rasenliebhaber:innen oft zur Verzweiflung treibt. Denn das Gewächs breitet sich unheimlich schnell aus und nimmt den Rasengräsern und anderen kleinen Gewächsen ihre Lebensgrundlage. So geht der Gundermann beim Kampf um Licht, Nährstoffe und Wasser meist als Sieger hervor – und innerhalb kürzester Zeit entwickelt sich die ehemals sattgrüne Rasenfläche zu einem Gundermann-Beet, auf der Rasengräser keinen Platz mehr haben. Ihrer enormen Wüchsigkeit verdankt die Pflanze wohl auch die Beinamen „Kriechender Efeu“ und „Erdefeu“. Doch im Gegensatz zum Efeu ist der Gundermann nicht giftig. Tatsächlich lassen sich die Blätter und Blüten für Salate, Kräuterbutter, Limonaden oder Tees verwenden. Außerdem kennen manche den Gundermann vielleicht als altes Heilkraut.
Leider ist der Gundermann äußerst anfällig für Pilzinfektionen. Damit besteht für die Nachbarpflanzen im Beet eine erhöhte Ansteckungsgefahr. Wir zeigen Ihnen deshalb, wie Sie Gundermann bekämpfen und wie Sie Ihren Rasen richtig pflegen, um dem Wildgewächs zukünftig vorzubeugen.

Bekämpfung

Gundermann im Rasen bekämpfen

Gundermann im Rasen bekämpfen

Spätestens wenn sich im April die violetten Blüten des Gundermanns zeigen, ist die Zeit gekommen, den Gundermann im Rasen zu entfernen. Zur Bekämpfung der Gundelrebe können Sie entweder mechanisch vorgehen oder zum Unkrautvernichter greifen. Jede Methode bietet hier ihre Vor- und Nachteile.

Erstens: Gundermann im Rasen mechanisch entfernen

Diese Methode bietet sich besonders für einen kleineren Befall im Rasen an – oder für eine gemeinsame Familienaktivität am Sonntagnachmittag: jeder bekommt ein paar Gartenhandschuhe und los geht’s! Optimalerweise greifen Sie bereits im März zum Unkrautstecher. Denn je jünger die Gewächse sind, desto leichter ist es in der Regel, sie zu entfernen, da ihr Wurzelwerk noch nicht so stark ausgebildet ist. Entfernen Sie den Gundermann mitsamt seiner Wurzeln aus dem Gartenboden. Sie können auch eine kleine Schaufel oder einen kleinen Unkrautstecher zur Hilfe nehmen. Da die gebückte Haltung, die man beim Unkrautjäten häufig einnimmt, jedoch nicht wirklich rückenschonend, könnten Sie auch einen Unkrautstecher mit einem langen Stiel verwenden.
Beim Jäten kann es gut und gerne passieren, dass Sie Ausläufer von bis zu zwei Metern länge aus dem Boden ausgraben müssen, um das gesamte Wurzelwerk einer Pflanze zu beseitigen – wie gesagt, der Gundermann ist eine ausgesprochen wüchsiges Wildkraut. Gehen Sie daher gründlich vor und holen Sie alle Wurzeln aus dem Boden raus. Lediglich die Blätter abzureißen, reicht hier nicht aus. Der Nachteil bei dieser Methode ist, dass sie sehr zeitaufwendig ist. Gerade bei einem größeren Befall, sind Sie hier lange beschäftigt.

Tipp: Werfen Sie die Pflanzen am besten direkt in den Biomüll oder in die Komposttonne – oder verarbeiten Sie die Blätter und Blüten zu einer leckeren Kräuterbutter oder Limonade.

Zweitens: Gundermann im Rasen bekämpfen mit Unkrautvernichtern

Bevor Ihre Rasenfläche sich für immer verabschiedet, können Sie mit speziellen Unkrautbekämpfungsmitteln gegensteuern. Gerade bei hartnäckigen Unkräutern wie Gundermann sind Rasenherbizide die Retter in der Not. Achten Sie dabei darauf, einen passenden Unkrautvernichter zu wählen. Dieser sollte für die Anwendung auf dem Rasen geeignet sein und zweikeimblättrige Kräuter, zu denen die Echt-Gundelrebe zählt, bekämpfen. Der COMPO Rasenunkraut-Vernichter Banvel® Quattro ist daher eine gute Wahl.
Angewendet werden kann der Rasenunkrautvernichter von April bis September. Die Temperaturen sollten zwischen 15 Grad und 25 Grad liegen. Suchen Sie sich für die Anwendung einen regenfreien Tag – auch nach der Behandlung sollten es sechs Stunden lang nicht regnen. Bringen Sie das Rasenherbizid fünf Tage nach dem Rasenschnitt auf einem trockenen Rasen aus, damit genügend Blattmasse zur Wirkstoffaufnahme gebildet werden kann. COMPO Rasenunkraut-Vernichter Banvel® Quattro ist sowohl zum Spritzen als auch zum Gießen geeignet. Nach der Anwendung lassen Sie den Rasenmäher noch für weitere fünf Tage in der Garage. Der Wirkstoff sollte genügend Zeit haben, um zu wirken und den Gundermann bis in die Wurzel zu bekämpfen. Auch Löwenzahn, Sauerklee, Vogelmiere oder verschiedene Wegericharten lassen sich mit dem COMPO Rasenunkraut-Vernichter Banvel® Quattro effektiv bekämpfen. Überreste der Pflanze können nun in den Biomüll oder in die Komposttonne.
Bei einzelnen Unkräutern können Sie auch die Single-Dose-Variante verwenden. Das Konzentrat ist optimal auf Standard-Spritzbrühenmengen abgestimmt, sodass nach der Verwendung keine Reste bleiben.

Banvel

Alternativer Tipp: Aushungern

Alternativ können Sie versuchen, das Unkraut auszuhungern. Denn das Wildkraut kommt in der Regel weniger gut mit Nährstoffmängeln zurecht als die robusten Rasengräser. Das Prinzip lautet daher: nicht düngen, bis das Erdefeu abgestorben ist. Sobald dies der Fall ist, wenden Sie einen schnell wirkenden Stickstoffdünger an, der Ihren Rasen innerhalb kürzester Zeit wieder zum Strahlen bringt. Ein hochwertiger, gut gepflegter Rasen ist in der Regel strapazierfähig genug, um die kurze Zeit des Aushungerns zu überstehen – der Gundermann hingegen nicht.

Gundermann im Rasen vorbeugen

Dem Erdefeu vorzubeugen, ist eine kleine Herausforderung. Insbesondere wenn Sie beispielsweise im Garten an schattigen Orten einige Gundermannpflanzen als Unterpflanzung unter den Bäumen stehen lassen möchten, sollten Sie ein paar Hinweise beachten. Sonst kann sich die Gundelrebe ungehindert ausbreiten.

  1. Wenn Sie den Gundermann an einigen Stellen seinen Platz zugestehen möchten, errichten Sie vor der Pflanzung am besten eine Wurzelsperre. So können Sie den unterirdischen Ausläufer Einhalt gebieten.
  2. Da sich die Pflanzen allerdings auch über ihre Samen fortpflanzen, ist das Abschneiden des Gundermanns vor der Samenreife, also kurz nach der Blüte, ein wichtiger Schritt, um die Ausbreitung zu verhindern. Die ersten Blüten erscheinen in der Regel im April. Gegen Juli endet dann die Blütezeit des wilden Krauts. Gezüchtete Sorten des Gundermanns findet man übrigens in vielen Gärtnereien – oftmals sind sie jedoch weniger ausbreitungsfreudig als der wilde Verwandte.
  3. Kontrollieren Sie den Rasen regelmäßig auf Gundermannpflänzchen. Sobald sich der Gundermann zu sehr breit macht, sollten Sie zum Unkrautstecher greifen. „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ ist hier das passende Sprichwort: Lassen Sie zu viel Zeit verstreichen, ist das Entfernen oft viel mühsamer und zeitaufwendiger als das regelmäßige Kontrollieren und gelegentliche Auszupfen.
  4. Das richtige und regelmäßige Rasenmähen ist ebenfalls wichtig, um den Rasen zu stärken und Unkräutern keine Chance zu lassen. Das bedeutet: Der Rasen wird um weniger als ein Drittel gekürzt. Denn ein Radikalschnitt – zum Beispiel nach dem Sommerurlaub – schwächt den Rasen. Mähen Sie lieber regelmäßig, aber dafür weniger tief. Optimal ist eine Höhe von rund fünf Zentimetern. Durch diese Höhe erhalten die Unkrautkeimlinge zu wenig Licht, das sie zum Wachsen benötigen. Schneiden Sie den Rasen sehr kurz, schwächen Sie nicht nur die Rasen, sondern geben dem Gundermann die Chance, zu wachsen und gedeihen – und Ihren Rasen zu verdrängen. Nach dem Mähen sollten Sie groben Rasenschnitt zügig vom Rasen harken.
  5. Einmal jährlich können Sie den Rasen zusätzlich mit einem Vertikutierer vertikutieren, um den Rasen von Rasenfilz zu befreien und die Rasengräser mit mehr Sauerstoff zu versorgen.

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