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Steckbrief

Rasenrost

Rasenrost Krankheit auf Grashalmen

Eigenschaften

Wirtspflanze:
Zier-, Gebrauchs- und Sportrasen
Symptome:
orange bis rostbraune Pusteln auf den Grashalmen, gelbliche Flecken im Rasen
Aussehen:
pulverartiger, rostroter Sporenbelag, der sich leicht abstreifen lässt

Befallszeit

Beschreibung

Rasenrost

Was ist Rasenrost?

Rasenrost ist eine der häufigsten Pilzerkrankungen im Rasen. Ursache sind sogenannte Rostpilze aus der Gattung Puccinia, die sich vor allem auf geschwächten Rasenflächen ausbreiten und dort für einen rostroten oder orangenen Belag sorgen. Manchmal wird die Rasenkrankheit auch als „orangefarbener Staub“ wahrgenommen. Rasenrost ist weniger eine Krankheit im klassischen Sinne als vielmehr ein SOS-Signal des Rasens – der Pilz ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass dem Rasen etwas fehlt.

Die häufigsten Rostarten im Rasen

Genau genommen ist „Rasenrost“ ein Sammelbegriff für verschiedene Rostkrankheiten, die durch unterschiedliche Rostpilze verursacht werden. Am häufigsten begegnet Ihnen im Hausgarten der Kronenrost (Puccinia coronta), dessen Name auf die kronenförmigen Sporen unter dem Mikroskop zurückgeht. Kronenrost befällt bevorzugt Weidelgras, eine der am weitesten verbreiteten Rasengräser-Arten in deutschen Gärten. Etwas seltener tritt der Gelbrost auf, der sich durch eine hellgelbe Färbung der Sporen bemerkbar macht. Alle Rostarten verhalten sich ähnlich: Ihre feinen Pilzgeflechte dringen in die Blätter der Rasengräser ein und lösen dort die typische Infektion aus, die sich als rostfarbener Sporenbelag zeigt.

Gut zu wissen: Der Name „Rost“ hat übrigens nichts mit dem Metall zutun. Er stammt allein von der rostroten Färbung des Sporenbelags, den der Pilz bei der Rostkrankheit auf den Grashalmen hinterlässt – und der die typische Verfärbung an Schuhen und Rasenmäher verursacht.

Wie erkenne ich einen Befall mit Rostpilzen im Rasen?

Ein Befall mit Rasenrost ist meistens gut zu erkennen. Charakteristisch sind die orangefarbenen bis rostbraunen Pusteln, die sich pulverartig von den Blättern der Rasengräser abstreifen lassen und dabei Schuhe, Hosen und Rasenmäher verfärben. Je nach Fortschritt der Infektion können sich die betroffenen Flächen von einzelnen Stellen bis hin zu größeren, unregelmäßigen Bereichen ausbreiten.

Das Schadbild mit den drei typischen Symptomen von Rasenrost:

  • orangefarbene, gelbe oder rostrote Pusteln auf den Grashalmen und Blättern
  • ein feiner, rostiger Sporenstaub, der an Schuhen und Kleidung haften bleibt
  • gelblich-braune, geschwächte Flecken in der Rasenfläche mit dünner, lückiger Grasnarbe

Ein einfacher Test zur Bestätigung: Streichen Sie mit einem weißen Papiertaschentuch über die betroffenen Halme. Bleibt ein orangefarbener Abrieb zurück, handelt es sich um Rasenrost.

Rasenrost oder andere Rasenkrankheit? Der schnelle Vergleich

Rasenrost wird gerne mit anderen Pilzerkrankungen wie Rotspitzigkeit verwechselt. Diese Übersicht hilft Ihnen bei der Einordnung:

Vergleich Rasenrost zu anderen Rasenkrankheiten
       
Farbe Rasenrost: orange bis rostrot Rotspitzigkeit: rötlich-rosa Schneeschimmel: weißlich-grau bis braun
Erscheinung Rasenrost: pulverartige Pusteln Rotspitzigkeit: rote Fäden an Halmspitzen Schneeschimmel: watteartiger Belag
Hauptzeit Rasenrost: Juni - Oktober Rotspitzigkeit: Juni - Oktober Schneeschimmel: Oktober - Mai
Hauptursache Rasenrost: Nährstoffmangel Rotspitzigkeit: Stickstoffmangel Schneeschimmel: Nässe, Kälte
Abrieb an Schuhen Rasenrost: ja, deutlich orange Rotspitzigkeit: nein Schneeschimmel: nein

 

Wann tritt der Pilzbefall auf?

Rasenrost befällt den Rasen bevorzugt von Juni bis Oktober, besonders häufig zeigt er sich im Spätsommer und Frühherbst, wenn warme Temperaturen tagsüber auf taureiche Nächte treffen. Diese Kombination bietet dem Pilz optimale Bedingungen, sich auf geschwächten Grashalmen auszubreiten. Auch in milden Wintern kann Rasenrost noch aktiv sein.

Die gute Nachricht: Ein Befall mit Rasenrost bedeutet nicht das Ende Ihres Rasens. Mit der richtigen Pflege und einer guten Nährstoffversorgung erholen sich die Gräser in aller Regel vollständig – und ihr Rasen wächst wieder sattgrün und dicht nach.

Ist Rasenrost giftig oder gefährlich?

Nein, Rasenrost ist weder giftig noch gefährlich für Menschen oder Haustiere. Die Sporen sind ungiftig, und in der Regel erleiden weder Kinder noch Hunde oder Katzen bei Kontakt mit dem Rasen gesundheitliche Schäden. Lediglich Personen mit Pollenallergien oder empfindlichen Atemwegen können auf die feinen Pilzsporen reagieren. In diesem Fall empfehlen wir Ihnen, beim Rasenmähen eine Feinstaubmaske zu tragen. Außerdem sollten Sie das Schnittgut nicht auf dem Kompost, sondern über die Biomülltonne oder die lokale Grüngutannahme zu entsorgen.

Bekämpfung

Rasenrost bekämpfen

Welche Maßnahmen helfen gegen Rostpilze im Rasen?

Einen Befall mit Rasenrost lässt sich in der Regel mit der richtigen Pflegeroutine und einer bedarfsgerechten Nährstoffversorgung erfolgreich bekämpfen. Denn Rasenrost ist ein klassischer Schwächepilz – er befällt vor allem Rasenflächen, die unter Nährstoffmangel, Trockenstress oder einem verdichteten Boden leiden. So gehen Sie bei der Bekämpfung von Rasenrost vor:
 

  1. Rasen mähen: Mähen Sie den Rasen zunächst auf eine Höhe von vier bis fünf Zentimetern und entsorgen Sie den Rasenschnitt über die Bio- oder Restmülltonne – nicht über den Kompost, da sich sonst die Sporen weiterverbreiten. Reinigen Sie anschließend Mäher und Schuhe, um eine Ausbreitung im Garten zu vermeiden.
  2. Rasen vertikutieren: Behandeln Sie die betroffenen Stellen, indem Sie den Rasen vertikutieren und dabei den Rasenfilz gründlich entfernen. So lockern Sie die Grasnarbe und sorgen für eine bessere Belüftung. Bei größeren Kahlstellen empfehlen wir Ihnen, den Rasen im Anschluss nachzusäen. Weitere Tipps zur Nachsaat gibt es in unserem Artikel „Rasen nachsäen: So bessern Sie trockene und kahle Stellen aus“.
  3. Rasen düngen: Anschließend versorgen Sie Ihre Rasenfläche mit einem geeigneten Rasendünger, denn ein allgemeiner Nährstoffmangel zählt zu den häufigsten Auslösern von Rasenrost. Ist der Befall bereits deutlich sichtbar und Sie möchten schnell reagieren, sorgt ein Dünger wie der COMPO Rasendünger Aktion für einen zügigen Grünschub und hilft dem Rasen, sich rasch zu erholen. Wenn Sie eine rein organische Pflege bevorzugen, ist der COMPO BIO Rasendünger die passende Wahl. Eine gute Rasenpflege trägt dazu bei, die Entstehung und Ausbreitung von Rasenrost dauerhaft einzudämmen.
  4. Rasen wässern: Wässern Sie den Rasen nach der Düngung durchdringend, damit die Nährstoffe schnell an die Wurzeln der Gräser gelangen. Nach etwa zwei bis drei Wochen sollte Ihr Rasen sichtbar kräftiger nachwachsen – und der Rasenrost von selbst verschwinden.

Gibt es ein Pflanzenschutzmittel gegen Rasenrost?

Ein direktes Mittel bzw. Fungizide gegen Rasenrost sind weder nötig noch empfehlenswert. Da es sich um einen Schwächepilz handelt, ist eine gute Rasenpflege die wirksamste Methode, um den Befall zu beseitigen und langfristig vorzubeugen. Die 3 wichtigsten Pflegemaßnahmen haben wir im Folgenden zusammengefasst.

Rasenrost vorbeugen – 3 Tipps gegen Pilzbefall

Zahlreiche Stressfaktoren wie Nährstoffmangel, Trockenheit oder ein verdichteter Boden können den Pilzbefall mit Rasenrost begünstigen. Wir empfehlen Ihnen daher, auf die folgenden drei Faktoren zu achten, um Rasenrost dauerhaft vorzubeugen.

  1. Feuchtigkeit auf den Grashalmen bietet Rostpilzen ideale Bedingungen. Achten Sie daher darauf, den Rasen möglichst trocken und luftig zu halten. Wir empfehlen, Ihre Rasenflächen morgens zu wässern, damit sie im Tagesverlauf gut abtrocknen können. Statt einer täglichen, oberflächlichen Bewässerung ist eine durchdringende Wassergabe ein- bis zweimal pro Woche mit 15 bis 20 Litern pro Quadratmeter deutlich effektiver. So gelangt das Wasser in die tieferen Bodenschichten und die Wurzeln werden zu stärkerem Wachstum angeregt. Besonders in heißen Sommern kann ein Dünger wie der COMPO BIO AQUA DEPOT Rasendünger zusätzlich helfen, Ihren Rasen auch in längeren Trockenphasen vital zu halten.
  2. Ein verdichteter, undurchlässiger Boden zählt zu den häufigsten Ursachen für Rasenrost. Regelmäßiges Vertikutieren und Lüften – am besten einmal jährlich im Frühjahr – hilft dabei, die Grasnarbe zu lockern und den Rasenfilz zu entfernen. Bei kleineren Rasenflächen können Sie den Boden zusätzlich mit einer Grabegabel aerifizieren, indem Sie vereinzelt tiefe Löcher stechen. Entfernen Sie außerdem regelmäßig Laub und Schnittreste, damit ausreichend Licht und Luft an die Grashalme gelangen.
  3. Eine gute Nährstoffversorgung ist das A und O für einen widerstandsfähigen Rasen. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Rasen dreimal im Jahr zu düngen – im Frühjahr, im Sommer und im Herbst. Zeigen sich neben dem Rasenrost auch Moos und Unkraut, ist das ein deutliches Zeichen für einen insgesamt geschwächten Rasen. In diesem Fall kann ein Kombiprodukt wie der COMPO BIO Rasendünger Unkraut & Moos Nein Danke! helfen, die Gräser mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen und gleichzeitig Unkraut und Moos vorzubeugen.

Eine gute Übersicht mit allen Maßnahmen für einen gesunden Rasen finden Sie im Artikel „Rasenpflege: 8 Tipps für einfach schönen Rasen“.

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