Steckbrief

Eigenschaften
Befallszeit
Beschreibung
Rasenrost
Rasenrost ist eine der häufigsten Pilzerkrankungen im Rasen. Ursache sind sogenannte Rostpilze aus der Gattung Puccinia, die sich vor allem auf geschwächten Rasenflächen ausbreiten und dort für einen rostroten oder orangenen Belag sorgen. Manchmal wird die Rasenkrankheit auch als „orangefarbener Staub“ wahrgenommen. Rasenrost ist weniger eine Krankheit im klassischen Sinne als vielmehr ein SOS-Signal des Rasens – der Pilz ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass dem Rasen etwas fehlt.
Die häufigsten Rostarten im Rasen
Genau genommen ist „Rasenrost“ ein Sammelbegriff für verschiedene Rostkrankheiten, die durch unterschiedliche Rostpilze verursacht werden. Am häufigsten begegnet Ihnen im Hausgarten der Kronenrost (Puccinia coronta), dessen Name auf die kronenförmigen Sporen unter dem Mikroskop zurückgeht. Kronenrost befällt bevorzugt Weidelgras, eine der am weitesten verbreiteten Rasengräser-Arten in deutschen Gärten. Etwas seltener tritt der Gelbrost auf, der sich durch eine hellgelbe Färbung der Sporen bemerkbar macht. Alle Rostarten verhalten sich ähnlich: Ihre feinen Pilzgeflechte dringen in die Blätter der Rasengräser ein und lösen dort die typische Infektion aus, die sich als rostfarbener Sporenbelag zeigt.
Gut zu wissen: Der Name „Rost“ hat übrigens nichts mit dem Metall zutun. Er stammt allein von der rostroten Färbung des Sporenbelags, den der Pilz bei der Rostkrankheit auf den Grashalmen hinterlässt – und der die typische Verfärbung an Schuhen und Rasenmäher verursacht.
Ein Befall mit Rasenrost ist meistens gut zu erkennen. Charakteristisch sind die orangefarbenen bis rostbraunen Pusteln, die sich pulverartig von den Blättern der Rasengräser abstreifen lassen und dabei Schuhe, Hosen und Rasenmäher verfärben. Je nach Fortschritt der Infektion können sich die betroffenen Flächen von einzelnen Stellen bis hin zu größeren, unregelmäßigen Bereichen ausbreiten.
Das Schadbild mit den drei typischen Symptomen von Rasenrost:
Ein einfacher Test zur Bestätigung: Streichen Sie mit einem weißen Papiertaschentuch über die betroffenen Halme. Bleibt ein orangefarbener Abrieb zurück, handelt es sich um Rasenrost.
Rasenrost wird gerne mit anderen Pilzerkrankungen wie Rotspitzigkeit verwechselt. Diese Übersicht hilft Ihnen bei der Einordnung:
| Farbe | Rasenrost: orange bis rostrot | Rotspitzigkeit: rötlich-rosa | Schneeschimmel: weißlich-grau bis braun |
| Erscheinung | Rasenrost: pulverartige Pusteln | Rotspitzigkeit: rote Fäden an Halmspitzen | Schneeschimmel: watteartiger Belag |
| Hauptzeit | Rasenrost: Juni - Oktober | Rotspitzigkeit: Juni - Oktober | Schneeschimmel: Oktober - Mai |
| Hauptursache | Rasenrost: Nährstoffmangel | Rotspitzigkeit: Stickstoffmangel | Schneeschimmel: Nässe, Kälte |
| Abrieb an Schuhen | Rasenrost: ja, deutlich orange | Rotspitzigkeit: nein | Schneeschimmel: nein |
Rasenrost befällt den Rasen bevorzugt von Juni bis Oktober, besonders häufig zeigt er sich im Spätsommer und Frühherbst, wenn warme Temperaturen tagsüber auf taureiche Nächte treffen. Diese Kombination bietet dem Pilz optimale Bedingungen, sich auf geschwächten Grashalmen auszubreiten. Auch in milden Wintern kann Rasenrost noch aktiv sein.
Die gute Nachricht: Ein Befall mit Rasenrost bedeutet nicht das Ende Ihres Rasens. Mit der richtigen Pflege und einer guten Nährstoffversorgung erholen sich die Gräser in aller Regel vollständig – und ihr Rasen wächst wieder sattgrün und dicht nach.
Nein, Rasenrost ist weder giftig noch gefährlich für Menschen oder Haustiere. Die Sporen sind ungiftig, und in der Regel erleiden weder Kinder noch Hunde oder Katzen bei Kontakt mit dem Rasen gesundheitliche Schäden. Lediglich Personen mit Pollenallergien oder empfindlichen Atemwegen können auf die feinen Pilzsporen reagieren. In diesem Fall empfehlen wir Ihnen, beim Rasenmähen eine Feinstaubmaske zu tragen. Außerdem sollten Sie das Schnittgut nicht auf dem Kompost, sondern über die Biomülltonne oder die lokale Grüngutannahme zu entsorgen.
Bekämpfung
Rasenrost bekämpfen
Einen Befall mit Rasenrost lässt sich in der Regel mit der richtigen Pflegeroutine und einer bedarfsgerechten Nährstoffversorgung erfolgreich bekämpfen. Denn Rasenrost ist ein klassischer Schwächepilz – er befällt vor allem Rasenflächen, die unter Nährstoffmangel, Trockenstress oder einem verdichteten Boden leiden. So gehen Sie bei der Bekämpfung von Rasenrost vor:
Ein direktes Mittel bzw. Fungizide gegen Rasenrost sind weder nötig noch empfehlenswert. Da es sich um einen Schwächepilz handelt, ist eine gute Rasenpflege die wirksamste Methode, um den Befall zu beseitigen und langfristig vorzubeugen. Die 3 wichtigsten Pflegemaßnahmen haben wir im Folgenden zusammengefasst.
Zahlreiche Stressfaktoren wie Nährstoffmangel, Trockenheit oder ein verdichteter Boden können den Pilzbefall mit Rasenrost begünstigen. Wir empfehlen Ihnen daher, auf die folgenden drei Faktoren zu achten, um Rasenrost dauerhaft vorzubeugen.
Eine gute Übersicht mit allen Maßnahmen für einen gesunden Rasen finden Sie im Artikel „Rasenpflege: 8 Tipps für einfach schönen Rasen“.
So beugen Sie Rasenrost vor
Alles rund um den Rasen finden Sie hier