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Deutsches Weidelgras bis Rotschwingel – welche Rasengräser gibt es?

Was gibt es Schöneres, als an einem warmen Sommermorgen barfuß durch den Garten zu spazieren und das Gras unter den Fußsohlen zu spüren? Doch wussten Sie, dass es verschiedene Arten von Rasengräsern gibt? Während manche eher tiefwurzelnd oder schnell wachsend sind, sehen andere besonders filigran aus. Bevor Sie sich daher für das kommende Gartenjahr mit Rasensaaten für Ihren Rasen eindecken, stellen wir Ihnen zunächst einmal die wichtigsten Rasengräser und ihre Eigenschaften vor – und zeigen Ihnen, welche Rasensaatmischung für Ihre Wünsche optimal ist.

Rasen – ein Rückblick im Schnelldurchlauf

Groß angelegte Rasenflächen, die beispielsweise der Erholung oder dem Vergnügen dienen, entstanden bereits während des Mittelalters in Klöstern und Städten. Später folgten prächtige Renaissance- und Barockgärten mit kunstvoll geschnittenen Buchsbäumen, Wasserspielen, farbenprächtige Blumenrabatte und ornamentale Rasenflächen. Für diese Rasenflächen sowie für die Anlage von Tiergärten entwickelte man spezielle Rasensaatgutmischungen, in denen unter anderem verschiedene Klee- und Gräserarten enthalten waren. Ein äußerst beliebtes Rasengras war das Deutsche Weidelgras (Lolium perenne), welches auch heute noch eine wichtige Rolle spielt.
Ab dem 18. Jahrhundert löste der Englische Landschaftsgarten die Barockgärten ab. Statt geometrischer Formen wandelte man nun auf sich durch die Landschaft schlängelnden Wegen mit kleineren Wäldern, natürlich scheinenden Seen und weiten Rasenflächen. Die Engländer gelten deshalb als Pioniere weitläufiger Rasenflächen. Mittlerweile spricht man auch vom „Englischen Rasen“, wenn man eine besonders gepflegte und dichte Rasenfläche meint. Die Aufwertung des Rasens führte zugleich zu einer verstärkten Züchtung verschiedener Rasengräsersorten, sodass es für jede*n Rasenliebhaber:in mittlerweile die richtige Saatgutmischung gibt!

Rasen nah

Qualität ist das A und O bei der Rasenanlage

Grundsätzlich ist es wichtig, beim Kauf von Rasensamen auf die Qualität zu achten. Bei einer hochwertigen Rasensaat handelt es sich um eine Mischung verschiedener Arten und Sorten, die im Hinblick auf ihre Eigenschaften optimal aufeinander abgestimmt sind. Das ist bei Rasensaaten mit minderer Qualität, die oft auch aus einem hohen Anteil günstiger Futtergräser bestehen, nicht der Fall. Die Futtergräser führen aufgrund ihres schnellen Wachstums zwar im ersten Moment zu einer grünen Fläche; langfristig werden Sie jedoch viel Zeit mit der Pflege und der Nachsaat haben, da die Futtergräser wenig belastbar und recht kurzlebig sind. Innerhalb kurzer Zeit entstehen daher viele kahle Stellen im Rasen, in denen sich Rasenunkräuter oder Moos ansiedeln kann. Eine dichte Grasnarbe und eine sattgrüne Optik werden Sie mit solch einer Rasensaat daher auch trotz hohen Pflegeaufwands leider nicht erzielen können.

Wie erkennt man, welche Qualität eine Rasensaat hat?

Ob es sich um eine hochwertige Rasensaat handelt, erkennt man daran, dass die Saatmischung nach der „Regel-Saatgut-Mischung“ (RSM) zertifiziert ist oder für die Saatmischung ausschließlich RSM-zertifizierte Rasensorten verwendet wurden. Doch was bedeutet „Regel-Saatgut-Mischung“ und wer kontrolliert das?
Bei der „Regel-Saatgut-Mischung“ handelt es sich um Rasenmischungen, die von der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL) für unterschiedliche Ansprüche erarbeitet werden. Unterschieden wird hier in Zierrasen, Golfrasen, Landschaftsrasen, Parkplatzrasen, Sportrasen oder Gebrauchsrasen. Je nachdem, ob es sich nun um einen Golfrasen oder einen Sportrasen handelt, werden spezifische Rasensorten in definierten Mischungen empfohlen. Dabei werden auch neu zugelassene Sorten mitberücksichtigt. Die entsprechenden Zusammenstellungen werden jährlich aktualisiert und in einer entsprechenden Broschüre veröffentlicht.
Nur Saatmischungen, die dem anspruchsvollen Regelwerk entsprechen, werden zertifiziert. Die RSM-Zertifizierung stellt daher sicher, dass in den zertifizierten Rasensaaten nur die für den jeweiligen Anspruch passenden Rasengräser in höchster Qualität zusammengestellt wurden. Rasensorten minderer Qualität – wie zum Beispiel schnell wachsende Futtergräser – finden in RSM-zertifizierten Saatgutmischungen keinen Platz.

Verschiedene Rasenarten für unterschiedliche Bedürfnisse

Neben der Qualität spielen jedoch auch Eigenschaften wie hohe Vitalität, intensives Wurzelwachstum, filigrane Blattbildung, gleichmäßige Blattfärbung oder Trittfestigkeit eine Rolle. Wenn Sie beispielsweise den Wunsch haben, einen schönen Zierrasen anzulegen, der in erster Linie das Auge erfreuen soll, empfehlen wir Ihnen eine andere Rasenmischung als für einen Spielrasen, der den Belastungen herumtollender Hunde und spielender Kinder standhalten muss. Aufgrund dieser unterschiedlichen Bedürfnisse und Anforderungen, die im Laufe der letzten Jahrzehnte an den Rasen gestellt wurden, haben Züchter verschiedenste Rasengrasarten und -sorten entwickelt. Da jede Art ihre speziellen Eigenschaften mitbringt, kann man nun die Zusammenstellung dahingehend variieren, dass man am Ende die perfekte Rasensaat für den jeweiligen Rasen in den Händen hält. Beispielsweise liegt in einer Zierrasen-Saatgutmischung der Fokus auf Rasengräsern mit filigranem Blatt und dichtem Wuchs, während für einen Schattenrasen schattenverträgliche Arten verwendet werden.

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Die bekanntesten drei Gräser für den Rasen

Für unsere heutigen Rasenmischungen tauchen neben dem bereits erwähnten Deutschen Weidelgras auch Wiesenrispe, Rotschwingel, Gemeine Rispe, Hainrispe, Rohrschwingel, Lägerrispe oder Rotes Straußgras in Rasensaaten auf. Dabei sind aufgrund ihrer charakteristischen Eigenschaften vor allem drei Rasengräser besonders bedeutsam.

Lolium-perenne

Erstens:

Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)

Das Deutsche Weidelgras wird auch Ausdauerndes Weidegras genannt – und das nicht ohne Grund. Denn die mehrjährige Gräserart überzeugt nicht nur mit schnellem Wachstum, sondern auch mit vitaler Regenerationskraft und hoher Belastbarkeit. Zudem sorgen die horstbildenden Seitentriebe für eine gewisse Trittverträglichkeit und geben der Rasenfläche oberirdisch Halt. Ein weiterer Vorteil des Deutschen Weidelgrases ist, dass es sich gut mit anderen Gräserarten verträgt, weshalb man es zahlreichen Rasenmischungen einsetzen kann.

Das Deutsche Weidelgras eignet sich daher für verschiedenste Rasensaaten. Besonders gerne wird das schmale bis mittelbreite Gras für Nachsaaten oder für die Rasenreparatur eingesetzt. Denn dank seinem schnellen Wachstum gehören kahle Flächen innerhalb kurzer Zeit der Vergangenheit an. Aufgrund seiner hohen Regenerationsfähigkeit und Strapazierfähigkeit findet man es außerdem in allen Rasenmischungen, die für den Spiel- und Sportrasen gedacht sind.

Die Eigenschaften des Deutschen Weidelgrases im Überblick:

  • Schmales bis mittelbreites Blatt
  • Schnelle Keimung nach 7 bis 15 Tagen
  • hohe Belastbarkeit und Strapazierfähigkeit
  • hohe Regenerationsfähigkeit
  • horstbildender Wuchs, der zur Trittfestigkeit und Robustheit beiträgt
  • sehr gut mit anderen Rasengräserarten verträglich
  • hoher Nährstoffbedarf
  • für alle Böden geeignet
Poa pratensis

Zweitens:

Wiesenrispe (Poa pratensis)

Für das langlebige Fundament des Rasens sorgt die Wiesenrispe. Denn die mehrjährige Grasart bildet unterirdische Ausläufer, die einen gewissen Erosionsschutz bieten. Darüber hinaus sorgen die Rhizome dafür, dass sich das Gras in die Waagerechte verbreitet und eine dichte Grasnarbe gebildet werden kann. In den Rhizomen kann das Gras Wasser und Nährstoffe speichern, sodass es bei längerer Trockenheit oder Nährstoffmangel nicht so schnell Schaden nimmt. Die Wurzelausläufer schließen zudem Kahlstellen oder kleinere Lücken im Rasen, sodass eine Nachsaat bei kleineren Flächen oft nicht zwingend nötig ist. Aufgrund seiner Eigenschaften ist die Wiesenrispe oft in vielen verschiedenen Rasenmischungen für Golfanlagen, Hausrasen, Sportplätze oder in spezielle Mähroboter-Rasensaaten vertreten.

Die Wiesenrispe ist recht belastbar und einige Sorten sind auch tiefschnittverträglich. Leider braucht die Grasart relativ lange, um zu keimen. Es ist daher ausgesprochen wichtig, den frisch gesäten Rasen über die gesamte Keimzeit hinweg ausreichend zu wässern. Häufig wird, wenn sich die ersten grünen Keimlinge zeigen, nicht mehr auf eine dauerhafte Bodenfeuchtigkeit geachtet – zum Leidwesen langsam keimender Gräser! Denn die Wiesenrispe ist für eine dichte Grasnarbe und eine gute Bodenfestlegung zum Schutz vor Erosionen notwendig.

Die Eigenschaften der Wiesenrispe im Überblick:

  • mittelbreites Blatt
  • bildet Ausläufer und sorgt somit für Erosionsschutz, Bodenfestigung und Trittfestigkeit
  • hohe Belastbarkeit
  • sehr gute Verträglichkeit gegenüber Hitze- und Trockenheit
  • bildet dichte, beständige Grasnarbe
  • relativ hoher Nährstoffbedarf
  • geringer Wasserbedarf
  • je nach Sorte tiefschnittverträglich
  • lange Keimdauer
Rotschwingel

Drittens:

Rotschwingel (Festuca rubra)

Wer sich einen Rasen mit einer sehr feinen Grasnarbe wünscht, wird an dieser Rasengrasart seine wahre Freude haben. Denn der Rotschwingel begeistert mit einem besonders feinen Blatt und schönem, dichten Wuchs. Doch der Rotschwingel überzeugt nicht nur mit attraktiver Optik, sondern auch mit seiner Genügsamkeit, was den Dünger- und Wasserbedarf angeht. Je nach Unterart kann der Rotschwingel zudem mit weiteren Eigenschaften punkten.

Drei Unterarten stechen dabei hervor: der Ausläufer-, der Kurzausläufer- und der Horst-Rotschwingel.
1) Der Ausläufer-Rotschwingel (Festuca rubra rubra) wächst weniger dicht und fein wie viele andere Rotschwingelarten. Stattdessen bildet er lange Ausläufer, die für einen gewissen Erosionsschutz und für einen dichten Rasen ohne Lücken sorgen. Außerdem ist die Unterart recht trocken- und hitzeverträglich. Sie werden diese Art daher nicht in Zierrasenmischungen finden. Stattdessen ist der Ausläufer-Rotschwingel optimal für die Trockensaat oder einen Spiel- und Sportrasen geeignet.
2) Etwas kürzere Ausläufer bildet das Kurzausläufer-Rotschwingelgras (Festuca rubra trichophylla), welches zudem als sehr anspruchslos gilt und selbst unter schwierigen Bedingungen gedeiht, jedoch wenig belastbar ist.
3) Der Horst-Rotschwingel (Festuca rubra commutata) entwickelt im Gegensatz zu den anderen beiden Unterarten keine Rhizome, sondern horstbildende Seitentriebe. Sowohl der Horst-Schwingel als auch der Kurzausläufer-Rotschwingel sind halbschattenverträglich und finden sich damit auch in Saatmischungen für den Schattenrasen wieder.

Die Eigenschaften des Rotschwingels im Überblick:

  • eher feines, schmales Blatt
  • dichter Wuchs für eine feine Grasnarbe
  • recht unempfindlich und robust
  • geringer Wasser- und Nährstoffbedarf
  • Keimung innerhalb von 2 Wochen
  • gute Winterhärte
  • zudem gibt es Rotschwingelarten mit zusätzlichen Eigenschaften wie zum Beispiel:
    • gute bis sehr gute Verträglichkeit gegenüber Hitze- und Trockenheit oder Schatten
    •  hohe Belastbarkeit
    •  tiefschnittverträglich
    •  ideal für schwierige Standorte
    • bildet Ausläufer und sorgt für Erosionsschutz
Festuca arundinacea

Immer wichtiger:

Der Rohrschwingel ist auf dem Vormarsch

Neben den drei wichtigsten Gräserarten gewinnt eine weitere Art zunehmend an Bedeutung: der Rohschwingel (Festuca arundinacea). Denn diese Art ist – wie einige Rotschwingel-Unterarten – äußerst verträglich gegenüber Trockenheit und Hitze. Der Rohrschwingel kann sich dank seiner langen Wurzeln, die in tiefere Erdschichten reichen, auch während trockener Zeiträume mit ausreichend Wasser versorgen. Zudem übersteht er auch extreme Hitzeperioden sowie wechselfeuchte Bedingungen besser als viele andere Gräser. In südlicheren Gegenden ist der Rohrschwingel bereits stärker in den Rasenmischungen vertreten. Doch auch bei uns wird er wegen der trockenen und heißen Sommer, wie sie uns in Zukunft noch häufiger erwarten werden, eine wichtigere Rolle einnehmen.

Die Eigenschaften des Rohrschwingels im Überblick:

  • Je nach Sorte normales bis breites Blatt
  • horstiger Wuchs
  • Tiefwurzler
  • sehr gute Verträglichkeit gegenüber Hitze- und Trockenheit
  • wenig krankheitsanfällig
  • relativ hoher Nährstoffbedarf
  • geringer Wasserbedarf
  • Keimung innerhalb von 2 Wochen

Weitere Gräserarten für den Rasen

Darüber hinaus gibt es weitere Arten, die in unterschiedlichen hohen Anteilen in verschiedensten Rasensaatmischungen enthalten sind. Einen kleinen Überblick über einige Rasengräser und ihre möglichen Einsatzgebiete gibt Ihnen diese Tabelle:

 

Gräserart

Eignung

Ausläufer-Rotschwingel (Festuca rubra rubra)

Alle Rasenarten, außer Tiefschnittrasen

Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)

Alle Rasenarten, außer Tiefschnittrasen

Flechtstraußgras (Agrostis stolonifera)

Alle Rasenarten, auch für feuchte Standorte

Gemeiner Schaf-Schwingel (Festuca ovina)

Gebrauchsrasen, Landschaftsrasen, auch für trockene Standorte

Horst-Rotschwingel (Festuca rubra commutata)

Alle Rasenarten, auch schattigere Standorte

Kurzausläufer-Rotschwingelgras (Festuca rubra trichophylla)

Alle Rasenarten, auch schattigere Standorte, außer Strapazierrasen

Lägerrispe (Poa supina)

Schattige Standorte

Raublättriger Schaf-Schwingel (Festuca trachyphylla)

Gebrauchsrasen, Landschaftsrasen, auch für trockene Standorte

Rotes Straußgras (Agrostis capillaris)

Kräuterrasen, Landschaftsrasen, nicht für trockene Standorte

Rohrschwingel (Festuca arundinacea)

Gebrauchsrasen, auch für trockene Standorte

Wiesenrispe (Poa pratensis)

Alle Rasenarten, außer Tiefschnittrasen

 

 

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