
Wann, Wie und warum
Sie lieben Ihre Orchideen, doch die Wurzeln wachsen aus den Abflusslöchern beziehungsweise über den Rand des Topfes hinaus oder das Substrat sieht verbraucht aus? Dann ist es Zeit fürs Umtopfen! Erfahren Sie, wie Sie Ihre Orchideen richtig umtopfen, welche Fehler Sie vermeiden sollten und welches Orchideen-Substrat die perfekte Wahl für Ihre Pflanzen ist.

Orchideen sind wahre Überlebenskünstler, doch ihr Wohlbefinden hängt maßgeblich vom richtigen Substrat und ausreichend Luft an den Wurzeln ab. Im Laufe der Zeit zersetzen sich herkömmliche Substrate, verdichten sich und können dadurch Feuchtigkeit nicht mehr so gut ableiten. Die Folgen: Wurzelfäule, Schimmel und ein Rückgang der Blühfreude. Durch regelmäßiges Umtopfen – idealerweise alle zwei bis drei Jahre – sorgen Sie für eine angenehme Wurzelumgebung und beugen Fäulnis, Krankheiten und Ermüdungserscheinungen vor. So schaffen Sie die beste Grundlage für kräftige Pflanzen und eine üppige Blüte.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Orchideen richtig umtopfen
Wer wird schon gern gestört, wenn er gerade produktiv bei der Arbeit ist oder gar schläft? Orchideen jedenfalls nicht: Die Blüte kostet die Pflanze nämlich ganz schön viel Kraft und durch den zusätzlichen Stress beim Umtopfen kann es passieren, dass sie plötzlich alle Blüten fallen lässt. Auch wenn sich die Orchidee im Winter ganz zurückgezogen hat und ruht, ist es nicht ratsam, sie dabei zu stören. Denn unsere Winter sind der Tropenpflanze eigentlich viel zu dunkel – das Umtopfen verursacht zusätzlichen Stress, durch den die Pflanze im schlimmsten Fall Schaden nehmen kann. Warten Sie mit dem Umtopfen deshalb am besten ab, bis Ihre Orchidee vollständig verblüht ist. Das ist meist im Herbst der Fall. Aber auch im Frühjahr können Sie der Bildung neuer Blüten durch das Umtopfen in frische Erde auf die Sprünge helfen.
Bedenken Sie außerdem, dass klassische Orchideenerden aus Pinienstücken, also Naturmaterialien, bestehen. Durch die Verdichtung des Substrats wird es im Topf dauerhaft zu feucht und die Wurzeln beginnen zu faulen. Trotz des Überangebotes an Wasser, kann sich die Pflanze dann nicht mehr ausreichend mit Feuchtigkeit und Nährstoffen versorgen. Das Gleiche passiert, wenn der Orchidee ihr Topf zu klein geworden ist und die vielen Wurzeln in der wenigen Erde nicht mehr genug Wasser und Nährstoffe finden. Beobachten Sie Fäulnis im Topf, sollten Sie sofort für frisches Substrat sorgen. Auch schlapp herunterhängende Blätter oder sich allmählich gelb verfärbende Blätter können ein Hinweis sein, dass die Erde ausgetauscht werden sollte.

Orchideen gehören zu den tropischen Aufsitzerpflanzen. Dieser Begriff hilft schon mal gut sich vorzustellen, was bei Orchideen so alles anders läuft: Da sie auf dem Waldboden der tropischen Regenwälder nicht genug Licht abbekommen, wachsen sie am liebsten auf den Ästen höherer Bäume. Ihre Nährstoffe beziehen Orchideen dort aus den spärlichen Ablagerungen in den Astgabeln und der feuchten Baumrinde.
Wer sich so spezialisiert hat, mag es natürlich nicht, von einer dichten, feuchten Blumenerde umschlossen zu werden. Orchideen sollten daher nicht mit einer normalen Blumenerde umgetopft werden. Die Wahl einer hochwertigen Orchideenerde ist der wichtigste Grundstein dafür, dass das Umtopfen zum Erfolg wird. Unser Pflanzenexperte Werner Peitzmann empfiehlt deswegen das COMPO BIO GRANUPLANT® Orchideen-Substrat, die nachhaltige Blähton-Alternative für Orchideen. Das Pflanzgranulat besteht aus Bimsstein, angereichert mit natürlicher Lava.
Die Vorteile:
Das GRANUPLANT Orchideen-Substrat kann zudem mit spezieller Orchideenerde wie der COMPO SANA® Orchideenerde gemischt werden. Die Erde besteht aus hochwertiger Pinienrinde und ahmt so den natürlichen Lebensraum von epiphytische Orchideen wunderbar nach. Im Vergleich zu Rinden heimischer Baumarten zersetzt sich Pinienrinde deutlich langsamer, sodass die Wurzeln über einen längeren Zeitraum gut durchlüftet werden. Mit der orchideenerde erhalten die Pflanzen außerdem eine Startdüngung und sind – bei alleiniger Nutzung als Pflanzsubstrat – für bis zu acht Wochen mit Nährstoffen versorgt.
Bevor Sie starten, legen Sie sich am besten alle benötigten Materialien bereit:
Besonders wenn die Wurzeln Ihrer Orchidee bereits aus den Abflusslöchern des Topfes herauswachsen, ist es gar nicht so leicht, sie daraus zu befreien. Wenn Sie den alten Topf ohnehin nicht wieder verwenden möchten, können Sie ihn einfach aufschneiden und so die Wurzeln schonen. Ansonsten verkraftet es die meisten Orchidee aber auch, wenn einige wenige Wurzelteile abgebrochen oder abgeschnitten werden müssen. Gehen Sie so vorsichtig wie möglich vor.

Egal ob vertrocknet oder verfault – alle Wurzelteile, die offensichtlich nicht mehr intakt sind, sollten jetzt abgeschnitten werden. Das kann manchmal ganz schön viel sein, aber seien Sie ruhig mutig, denn für die Pflanze bedeuten diese kaputten Pflanzenteile nur unnötigen Ballast. Gelbe Blätter lassen sich meistens recht gut mit der Hand entfernen. Hängt das Blatt noch zu fest an der Pflanze, warten Sie am besten noch ein paar Tage – dann wird das Blatt auch ohne Hilfe abfallen. Vertrocknete Stängel sollten idealerweise herausgeschnitten werden.
Die silbrigen Luftwurzeln, die vorher oben aus dem Topf herausgewachsen sind, verbleiben an der Pflanze. Diese müssen Sie jetzt so gut es geht nach unten zu den anderen Wurzeln biegen, ohne sie dabei abzubrechen. So kann die Pflanze sie besser für ihre Nährstoffversorgung nutzen. Im Ausnahmefall können Sie auch einzelne Luftwurzeln abschneiden.

Jetzt ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt: Füllen Sie nur so viel Erde oder GRANUPLANT in den Topf, dass der Wurzelballen nach dem Einsetzen nicht über den Rand herausragt. Orchideenwurzeln können ganz schön sperrig und widerspenstig sein. Drehen Sie das Wurzelwirrwarr vorsichtig so zusammen, dass es in den Topf passt, und schieben Sie die Erde beziehungsweise das Granulat so gut es geht mit den Fingern in die Hohlräume – als Hilfsmittel kann dabei der Holzstab zum Einsatz kommen. Gehen Sie damit allerdings behutsam vor! Auch vorsichtiges Rütteln des Topfes kann helfen.
Die Orchidee sollte nach dem Umtopfen erst mal ausgiebig in ein Wasserbad getaucht werden. Befüllen Sie den Übertopf dazu so weit mit Wasser, dass Sie die Orchidee in ihrem neuen Plastiktopf hineinstellen können, ohne dass es überschwappt. Lassen Sie die Pflanze beim ersten Mal nach dem Umtopfen ruhig außergewöhnlich lange, ca. 30 Minuten, in dem Wasserbad stehen. Anschließend gut abtropfen lassen und das Wasser aus dem Übertopf entfernen.

Kontrollieren Sie den Feuchtigkeitshaushalt in den ersten Wochen nach dem Umtopfen unbedingt regelmäßig, und wässern Sie bei Bedarf ruhig öfter als sonst üblich. Stellen Sie die Orchidee außerdem an einen hellen Platz, an dem die Orchidee möglichst von unten „fußwarm“ gehalten wird. Denken Sie daran, sie ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen, zum Beispiel mit dem COMPO Orchideendünger – dabei die Startdüngung der COMPO SANA® Orchideenerde nicht vergessen. Bei einer alleinigen Nutzung als Pflanzsubstrat muss erst nach circa acht Wochen gedüngt werden. Weitere Pflegetipps finden Sie in unseren Ratgeberartikel „Worauf Sie bei der Pflege von Orchideen achten sollten“ und „Die richtige Pflege von Orchideen im Winter“.

Alle Produkte für die Orchideenpflege auf einen Blick
Das könnte Sie auch interessieren